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NÜRNBERGER LAND - Im Brand- und Katastrophenschutz werden überwiegend UTM-Gitterkarten mit dem Maßstab 1:50000 - auch TOP50-Karten genannt - verwendet. Wer sich neue Kartensätze anschafft oder dies innerhalb des letzten Jahres schon getan hat, wird sich möglicherweise bei der nächsten Bewegungsfahrt nach Koordinaten - schlimmstenfalls im Einsatz - etwas wundern: Alte und neue Karten "passen" nicht mehr zusammen, die Koordinaten bekannter Punkte weichen je nach verwendeten Kartenmaterials voneinander ab. Die Ursache der Abweichung liegt im unterschiedlichen Lagebezugssystem der alten und neuen Karten. Nur wenigen dürfte diese Tatsache bekannt sein, da sie in der bisherigen Kartenkunde wohl kaum angesprochen wurde. Nach Auskunft der Staatl. Feuerwehrschule Würzburg gibt es darüber auch noch keine schriftliche Bekanntmachung, sie weist jedoch die Teilnehmer ab Zugführerlehrgang aufwärts auf diese Neuerung hin. Herausgeber der UTM-Karten ist das Amt für Militärisches Geowesen, die Karten der Feuerwehren sind also die gleichen, wie sie auch die Bundeswehr benutzt. Sie verwendeten bisher das "Europäische Datum 1950 (ED50)" mit dem Ellipsoid "International 1924". Mit den modernen Satellitenmethoden wurde eine bessere und genauere Definition eines globalen Ellipsoids erreicht. Das Ellipsoid trägt die Bezeichnung "WGS84" (World Geodetic System 1984). Die geometrischen Dimensionen dieses Ellipsoids weichen von denen des Internationalen Ellipsoids ab. Seit 1998 stellt die Bundeswehr auf dieses "Weltweite Geodätische System 1984" um, weil man die Koordinaten sofort mit GPS-Empfängern bestimmen kann. In Anlehnung an die Bundeswehr werden auch im Brand- und Katastrophenschutz diese neuen Karten beschafft. Unterscheidungsmerkmal ist zum einen die Lage der Legende: Bei den neuen Karten nach WGS84 befindet sich die Legende am linken Rand, die alten Karten nach ED50 hatten diese rechts. Darüberhinaus ist das verwendete Lagebezugssystem unterhalb des Maßstabbalkens angegeben:
Die Abweichung des Geodätischen Datums zwischen den beiden Karten ist regional unterschiedlich. Wie umgerechnet wird, ist im allgemeinen auf den Karten vermerkt.
Da die Koordinaten im allgemeinen nur mit einer Genauigkeit von 100 m angegeben werden, genügt es (in diesem Beispiel) zu wissen, daß die Ost-West-Abweichung ca. 100 m und die Nord-Süd-Abweichung ca. 200 m beträgt. Genauer: Der "Ostwert" der Koordinate eines Punktes ist nach WGS84 zahlenmäßig um 100 m kleiner und der "Nordwert" um 200 m kleiner als die Koordinate des gleichen Punktes nach ED50. Rechenbeispiel:
Einen Stichtag, wann auf die neuen UTMKarten nach WGS84 umgestellt sein muß, gibt es nicht. Um Mißverständisse bei Koordinatenangaben zu vermeiden, rät die Staatl. Feuerwehrschule Würzburg, das Bezugssystem der Karte (also WGS84 oder ED50), aus der die Koordinaten abgelesen wurden, bei der Übermittlung mit anzugeben. Insgesamt eine nicht sehr befriedigende Lösung. Vielen Dank an dieser Stelle an Dipl.-Ing. Bernd Scherer, der dem Autor dieser Zeilen etwas Klarheit über die Geodätischen Fachbegriffe verschafft hat. Wer sich näher über die Problematik der "Geodätischen Datumstransformation" informieren will, kann dies auf seiner Homepage tun. Bericht: KFV Online |
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