Kreisfeuerwehrverband Nürnberger Land
Berichte aus dem Nürnberger Land

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Dienstversammlung der Kommandanten 10.06.1999

NÜRNBERGER LAND - Am 10.06.99 fand in der Stadthalle in Röthenbach/Pegnitz die Dienstversammlung der Kommandanten statt.

Tagesordnung:

1. Begrüßung/Grußworte
2. Bericht des Kreisbrandrates
3. Bericht des Oberschiedsrichters KBM Geißler
4. Bericht des Kreisjugendfeuerwehrwartes
5. Bericht des Kreisfernmeldemeisters KBI Schneider
6. Verschiedenes

Sitzung des Kreisfeuerwehrverbandes

1. Bericht des Vorsitzenden
2. Kassenbericht

Pünktlich um 19:30 Uhr eröffnete Kreisbrandrat Bernd Pawelke "die letzte Dienstversammlung der Kommandanten in diesem Jahrtausend." Er begrüßte den Landrat Helmut Reich, den Leiter der Abteilung für öffentliche Sicherheit und Ordnung Herrn Regierungsrat Maurer sowie seine Mitarbeiter Herrn Gerhard Hertlein und Frau Müller.

Weiter begrüßte Pawelke die Führungskräfte der Feuerwehren, die Kreisbrandinspektoren Thiel, Fuchs, Pöllot und Schneider, die Kreisbrandmeister, die Jugendbeauftragten der Dienstbezirke, sowie alle Kommandanten und deren Stellvertreter.
Außerdem bedankte er sich bei der Stadt Röthenbach, die wieder die Stadthalle unentgeltlich für diese Veranstaltung zur Verfügung stellte, sowie bei der Feuerwehr Röthenbach für die Bestuhlung der Halle.

In einer Gedenkminute wurde den Kameraden gedacht, die seit der letzten Sitzung verstorben waren. Im vergangenen Jahr verunglückte der Kommandant der FF Püscheldorf Lutz Deumer bei einem Einsatz tödlich. Der ehemalige Kreisbrandinspektor Johann Kellner verstarb ebenfalls im vergangenen Jahr.

In diesem Zusammenhang bedankte sich der Kreisbrandrat herzlichst bei den zahlreichen Kameraden und auch Feuerwehren des Landkreises, die seinen Aufruf gefolgt sind, für die Familie des verstorbenen Kameraden Lutz Deumer zu spenden. Diese überwältigende Resonanz und die große Spendenbereitschaft zeige im besonderen Maße auf, welchen Stellenwert die Kameradschaft unter den Feuerwehren besitzt.

Landrat Helmut Reich übermittelte in seinem Grußwort die Grüße des gesamten Kreistages und dankte den Vertretern der Feuerwehren für die gute Zusammenarbeit mit dem Landratsamt. Er brachte im folgenden zum Ausdruck, daß die Feuerwehren die Bürgerinitiative überhaupt seien, die Samariter unserer Tage, welchen er uneingeschränkte Anerkennung zolle. Weiter dankte er allen Städten, Märkten und Gemeinden für die Bereitstellung der nötigen Mittel, die notwendig sind, um schlagkräftige Wehren im Nürnberger Land zu haben und drückte auch seinen Stolz auf die Wehren und die Kreisbrandinspektion aus. Besonders bedankte er sich bei Kreisbrandrat Pawelke und den Kreisbrandinspektoren Thiel, Fuchs und Pöllot und allen Herren der Kreisbrandinspektion und wünschte der Tagung einen guten Verlauf. Landrat Reich


Im Bericht des Kreisbrandrates wurde zu Beginn auf die personellen Veränderungen eingegangen:

Kreisbrandmeister Georg Mederer aus der Gemeinde Burgthann mußte zum 16.04.1999 mit Erreichen des 60. Lebensjahres das Amt des Kreisbrandmeisters abgeben. Mederer war über 40 Jahre im Feuerwehrdienst und in seiner Laufbahn als Kommandant sowie über 20 Jahre als Kreisbrandmeister im Bereich Ausbildung und als Oberschiedsrichter im Dienstbezirk III tätig. Der KBR würdigte Georg Mederer als einen Menschen, der nicht mit lauten Tönen gekämpft hat, sondern mit wenig Worten viel erreicht hat und der durch seine Ruhe und Gelassenheit große Beliebtheit erlangte. Er dankte ihm für die gute Zusammenarbeit, wünschte ihm für die Zukunft alles erdenklich Gute und überreichte dem scheidenden Kreisbrandmeister ein Geschenk.
Mederer bedankte sich anschließend für das Geschenk und vor allem beim Landrat, dem Landratsamt, den Herren der Kreisbrandinspektion und den Feuerwehren für das entgegengebrachte Vertrauen.
KBM a.D. Mederer

 

Als Nachfolger von KBM a.d. Georg Mederer wurde Thomas Pöllot von der FF Altdorf zum 1.05.1999 zum Kreisbrandmeister ernannt. Pöllot ist bereits seit vielen Jahren Schiedsrichter im Diensbezirk III. Der Kreisbrandrat wünschte ihm alles Gute für seine Zukunft.

 

Nachfolgend wurde Kreisbrandinspektor Fritz Pöllot von Landrat Reich für 40 Jahre aktiven Feuerwehrdienst geehrt.
Reich drückte in seiner Rede aus, daß Fritz Pöllot, der 1959 der Feuerwehr Altdorf beigetreten und seit 1991 Kreisbrandinspektor im Dienstbezirk III ist, ein uneigennütziger Kamerad sei, der seine Freizeit für eine gute Sache opfere. Der Landrat übermittelte die Grüße und Glückwünsche des Innenministers Beckstein, des Kreistages und der Verwaltung des Landratsamtes und überreichte ihn dann das Staatliche Ehrenzeichen für 40 Jahre aktiven Feuerwehrdienst, die Urkunde sowie ein Geschenk.


Nun ging Pawelke auf die Stärkemeldung ein.
Zum 1.1.99 ergibt sich folgende Stärkemeldung:

3.970 FF männlich
129 FF weiblich
537 Jugendliche männlich
114 Jugendliche weiblich
93 WF männlich
4.957 gesamt
 


906 Feuerwehrdienstleistende sind Atemschutzgeräteträger und nach G-26 untersucht, das sind ca. 25% der Aktiven.

Um nur einige Zahlen zu nennen, verfügen die Feuerwehren im Nürnberger Land über:

189 Fahrzeuge, 97 Anhänger, 152 Tragkraftspritzen, mehr als 340 Preßluftatmer und 900 Atemschutzmasken.
Aber nur mit der entsprechenden Ausbildung kann das Personal die Vielzahl der Geräte optimal einsetzen. So wurden 1998 im Nürnberger Land 58 Maschinisten und 79 Atemschutzgeräteträger ausgebildet und an den Staatlichen Feuerwehrschulen wurden 110 Lehrgänge von Feuerwehren aus dem Landkreis belegt. Hierbei betonte der Kreisbrandrat, daß die Ausbildung weiterhin im Vordergrund stehen muß, vor allem die angebotenen Lehrgänge im Landkreis sollen von den Feuerwehren wahrgenommen werden.

Zum Besuch von Lehrgängen an den Landesfeuerwehrschulen merkte Pawelke an, daß es aufgrund der heutigen Arbeitsplatzsituation zunehmend schwieriger wird, Kameraden vom Arbeitgeber dafür freigestellt zu bekommen. Hier wolle man mit Hilfe der Unterstützung des Landesfeuerwehrverbandes versuchen, einen Lösungsansatz zu finden. Er apellierte auch an die Kommandanten, bei der Meldung von Ersatzteilnehmern für verhinderte Kameraden darauf zu achten, daß sie auch die notwendigen Qualifikationen erfüllen.

Im Jahr 1998 wurden die Feuerwehren im Landkreis zu 1634 Einsätzen und zu 88 Fehlalarmen gerufen. 74 Sicherheitswachen wurden durchgeführt. Die Anzahl der Einsätze von 1997 wurde überschritten, besonders im Bereich der technischen Hilfeleistungen hat sich wieder eine Steigerung vermerken lassen. So nimmt nach Expertenmeinung die Anzahl an Hochwasser- und Unwettereinsätzen auch in Zukunft kontinuierlich zu. Mit der globalen Klimaänderung sind auch die Feuerwehren aufgefordert, ihre Ausbildung und Ausrüstung den neuen und kommenden Verhältnissen anzupassen.

Im weiteren Verlauf ging der Kreisbrandrat noch auf die neue Form der Förderung im Feuerwehrwesen ein. Einzelförderungen sind demnach ab nächsten Jahr nur noch für Feuerwehrfahrzeuge, Tragkraftspritzenanhänger und Gerätehäuser möglich. Für alle anderen Anschaffungen erhalten die Gemeinden eine Pauschalförderung, deren Höhe sich u.a. nach der Einwohnerzahl und der Anzahl der Stellplätze berechnet. Diese Förderung darf aber von der Gemeinde nicht für den laufenden Unterhalt der Feuerwehren verwendet werden, sondern muß für Investitionen herangezogen werden. Unter diesem Aspekt empfahl er den Kommandanten, entsprechende Ausrüstung, die nicht unter die Bagatellgrenze fallen, noch heuer beschaffen zu lassen, um noch die volle Förderung von 35% zu erhalten.

Der Neubau von Gerätehäusern ist durch diese Pauschalförderung nicht betroffen, doch auch hier gelten neue Richtlinien. Im Gegensatz zu früher, wo für die Höhe der Förderung die Gesamtfläche ausschlaggebend war, dient jetzt die Zahl der Stellplätze als Berechnungsgrundlage.

Als untragbaren Zustand bezeichnete der Kreisbrandrat die Stellenkürzungen an den staatlichen Feuerwehrschulen. So mußten bereits Lehrgänge kurzfristig wegen Personalmangel abgesagt werden. Dies sei besonders ärgerlich, wenn Kameraden, die vom Arbeitgeber extra dafür freigestellt wurden, wieder heimgeschickt werden müssen. Hier werde man mit Nachdruck versuchen, dem Personalabbau entgegenzuwirken.

Als letzten Punkt seines Berichtes kam der Kreisbrandrat auf das neue Fahrzeug für die Jugendfeuerwehren des Landkreises zu sprechen, das am 13.4.99 in den Dienst gestellt wurde (siehe Bericht Jugendfeuerwehren des Landkreises bekommen neues Fahrzeug ). Er dankte der Feuerwehr Ottensoos für die Unterbringung des alten Fahrzeuges während der letzten 10 Jahre sowie der Feuerwehr Schnaittach, bei der der neue Jugendbus nun untergestellt ist. Sein besonderer Dank galt den Landrat und seinen Mitarbeitern des Landratsamtes, die diese Anschaffung möglich gemacht haben. Das Fahrzeug kann von allen Jugendgruppen des Lankreises unentgeltlich über den Kreisbrandrat angefordert werden.

Der 3. Punkt der Tagesordung konnte in mündlicher Form nicht abgehalten werden, da der Kreisjugendwart KBM Barth verhindert war. Den Kommandanten wurde der Bericht schriftlich vorgelegt:

Die Personalentwicklung bei der Jugendfeuerwehr, die im vergangen Jahr einen absoluten Höchstand seit Beginn der Jugendarbeit erreicht hat, zeigt, daß die Jugendarbeit im Nürnberger Land einen hohen Stellenwert zu verzeichnen hat.
Dies verdeutlichen auch die nachstehenden Grafiken:


Mitgliedszahlen nach Dienstbezirk:


Seit 1995 konnten 342 Jugendliche in die aktive Wehr übernommen werden.
Im vergangenen Jahr wurden von den Jugendlichen rund 3.200 Stunden an feuerwehrtechnischer Ausbildung und 7.200 Stunden an allgemeiner Jugendarbeit verbracht. Die 62 Jugendfeuerwehrwarte leisteten dazu nochmals über 5.000 Stunden für Vor- und Nachbereitungen, Sitzungen und die eigene Ausbildung. Positiv entwickelt sich der Trend, daß die Jugendfeuerwehrwarte meistens nicht mehr auf sich alleine gestellt sind, denn zu den 62 Jugendwarten kommen nochmals 113 Helfer/innen, die die Jugendarbeit vor Ort in Teamarbeit leisten.

Im vergangenen Jahr wurde den Jugendlichen auf Dienstbezirks- und Landkreisebene auch ein abwechslungsreiches Programm geboten. So wurde ein Geländepsiel mit der Jugendfeuerwehr Gera in Thüringen, ein Fortbildungslehrgang für Stadt- und Kreisjugendfeuerwehrwarte, ein Landeszeltlager in Niederösterreich, ein Pfingstzeltlager der Jugendfeuerwehr Gänserndorf (Niederösterreich), das 11. Zeltlager der Jugendfeuerwehr des Lkr. Nürnberger Land, sowie die Abnahme der Leistungsspange der Deutschen Jugendfeuerwehr angeboten.

Für ihre langjährigen Leistungen erhielten

KBM Volkmar Lachmann, Feuerwehr Feucht,
Alfred Mayer, Feuerwehr Leinburg,
Armin Steinbauer, Feuerwehr Lauf und
Markus Endt, Feuerwehr Schwarzenbruck,

die Ehrennadel der Jugendfeuerwehr Bayern in Silber durch den Kreisjugendfeuerwehrwart und den Kreisbrandrat verliehen.

KBM Barth bedankte sich in seinen Bericht auch bei allen Personen, Stellen und Behörden, die der Jugendarbeit aufgeschlossen gegenüberstehen, diese unterstützen und fördern. Besonders hervorheben möchte er die drei Jugendbeauftragten Uwe Holzinger, Armin Steinbauer und Volkmar Lachmann, die viel zum guten Stand unserer Jugendarbeit beigetragen haben. Außerdem bedankte er sich bei der gesamten Kreisbrandinspektion, dem Kreisbrandrat, dem Schiedsrichterteam unter der Leitung von KBM Geißler, sowie dem Landratsamt Nürnberger Land.

Als nächster Tagesordnungspunkt stand der Bericht des Oberschiedsrichters KBM Geißler auf dem Programm:

Geißler berichtete, daß bei den Feuerwehren 74 Abnahmen stattfanden und sich somit 1.054 Aktive aus 58 Wehren einer Leistungsprüfung nach FwDV4 bzw. THL unterzogen.


Die Grafik zeigt die abgelegten Stufen, die in den einzelnen Dienstbezirken abgelegt wurden:

Anschließend ging KBM Geißler noch auf die kommenden Neuerungen, die sich im Bereich der Leistungsprüfungen ergeben werden, ein. Kreisbrandrat Pawelke zeigte sich erfreut über die Bereitschaft der Feuerwehrdienstleistenden, ihr Können bei den Leistungsprüfungen unter Beweis zu stellen, denn mit den steigenden Anforderungen an die Feuerwehren muß natürlich auch deren Leistungsstand kontinuierlich wachsen. Besonders erwähnenswert sei auch, daß bei der Stufe I ein Zuwachs von 70 Teilnehmer gegenüber den Vorjahr zu vernehmen ist.

Im nächsten Punkt berichtete der Kreisfernmeldemeister KBI Erwin Schneider.
Schneider ging besonders auf die Sprechfunkausbildung ein, die in diesem Jahr wieder durchgeführt wurde. Am 13.3.99 (
wir berichteten) haben sich 275 Kameraden der Prüfung unterzogen, wovon 157 bestanden haben, 5 davon mit 0 Fehlern. Eine Durchfallquote von 10% sei aber viel zu hoch, daher werden die Funkausbildertreffen verstärkt stattfinden, um künftig bessere Ergebnisse erzielen zu können. Weiter ging Schneider kurz auf das digitale Funksystem ein, daß spätestens bis zum Jahre 2007 bei den BOS eingeführt werden soll. Abschließend zitierte Schneider ein Schreiben des Bayerischen Oberlandesgerichtes, wonach das Abhören des Sprechfunks durch Nichtberechtigte nach wie vor strafbar sei. Dies trifft auch für sogenannte "offene" Meldeempfänger zu. Es dürfen nur Sendungen empfangen werden, die für die Ausübung des eigenen Feuerwehrdienstes erforderlich sind.

Nach einer kurzen Pause wurde der Punkt "Verschiedenes" behandelt.
KBR Pawelke ging kurz auf die Feuerwehraktionswoche ein, die dieses Jahr vom 24.09. bis 03.10. unter dem Motto "Mit uns sicher ins nächste Jahrtausend" stattfindet. Der Landesfeuerwehrverband wird hierzu noch rechtzeitig ein Themenheft den Feuerwehren zusenden.

Das Jahr-2000-Problem wurde ebenfalls behandelt: Die Feuerwehren bleiben von diesem Problem nicht verschont und schon heute sind Vorbereitungen für die Silvesternacht zu treffen, denn mit einer Zunahme von Einsätzen ist auf jeden Fall zu rechnen.

Nach der Kommandantenversammlung schloß sich die Versammlung des Kreisfeuerwehrverbandes an. Der Vorsitzende Bernd Pawelke berichtete davon, daß bis auf eine Gemeinde alle Feuerwehren des Landkreises Mitglied im Kreisfeuerwehrverband sind.

Leider war die Resonanz auf die jährlich durchgeführte Sammelbestellung des neuen Schutzanzuges "Bayern 2000" bisher sehr gering. Sollte hierfür kein Bedarf mehr bestehen, werde sich eine Sammelbestellung aufgrund zu geringer Stückzahlen in den nächsten Jahren kaum mehr lohnen.

Der Kassenbericht, ebenfalls vorgetragen durch den Verbandsvorsitzenden Pawelke, weist eine solide Grundlage für die Arbeit des Kreisfeuerwehrverbandes auf.

Der Kreisbrandrat bedankte sich abschließend bei den Anwesenden, wünschte ihnen einen gute Heimfahrt und beendete die Versammlung.

Bericht, Fotos und Grafiken: KFV Online

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