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Altdorf (DB3) - Am 17.12.1999 fand im Gerätehaus Altdorf die Dienstversammlung der Kommandanten des Dienstbezirks 3 statt. Neben den Ausführungen von Kreisbrandrat Pawelke und Kreisbrandinspektor Pöllot gaben auch die Fachgebietsleiter einen Bericht über das abgelaufene Jahr.
Als Highlight des Jahres kann der Altdorfer Rettungstag angesehen werden, der am Pfingstsamstag stattfand. Dr. Friedrich referierte zum Thema "Sanfte Rettung von Patienten aus verunfallten Fahrzeugen" und kommentierte dabei auch eine praktische Vorführung, bei der jedem der Zuschauer bewusst wurde, wie wichtig ein schonendes Vorgehen bei einem THL-Einsatz ist. Im kommenden Jahr ist wieder ein Infotag über Gefahrgut geplant. Als Referent ist der Leiter der BF Ludwigshafen vorgesehen.
Zu einer festen Einrichtung ist inzwischen auch der Jugendprojekttag des DB 3 geworden, der heuer in Burgthann stattfand. 60 Jugendliche aus 11 Jugendfeuerwehren nahmen daran teil und mussten beim "Spiel ohne Grenzen" sowohl Geschicklichkeit als auch feuerwehrtechnisches Wissen beweisen. Pöllot bedauerte dabei die kurzfristige Absage von 20 Teilnehmern, was für die veranstaltende Wehr mit großen organisatorischen Problemen verbunden gewesen sei. In seinem weiteren Bericht ging der Kreisbrandinspektor auf die Ausbildung in der Feuerwehr (insbesondere Truppmann Teil 2) ein. Es sei leider zu beobachten, daß diese Ausbildung mancherorts zu wünschen übrig lasse und nicht in dem Maße durchgeführt werde, wie es erforderlich sei. Aus diesem Grund werde man ab dem Jahr 2000 diese Ausbildung in Form eines Nachweises kontrollieren, der auch Voraussetzung für die Teilnahme an weiteren Lehrgängen wie z.B. Truppführer sei. Ebenfalls werde man versuchen, die Zeitabstände zwischen den Ausbildungen besser zu überwachen. Es könne nicht angehen, daß mache Kameraden innerhalb von 2 Jahren sämtliche angebotenen Lehrgänge besuchen und sich so zum "Durchläufer" entwickeln. Hierbei bleibe zweifelsohne die Qualität der Ausbildung auf der Strecke. Zum Schluss seiner Ausführungen sprach Pöllot ein Lob für die Selbstdarstellung mancher Feuerwehren aus, die mit aufwendigen Jahresberichten, guter Pressearbeit und Infoveranstaltungen der Öffentlichkeit einen umfassenden Einblick in ihre Arbeit erlauben. Insbesondere seien dies die Feuerwehren Burgthann mit ihrem Kommandanten Karl-Heinz Brunner sowie die Feuerwehr Rummelsberg. Schließlich dankte er allen Feuerwehrkameraden für ihre Bereitschaft, ein Ehrenamt im Landkreis auszuüben.
Dieses großartige Engagement war auch bei den Jugendveranstaltungen zu sehen, die im Laufe des Jahres durchgeführt wurden. Neben Besprechungen und Fortbildungsveranstaltungen für Jugendwarte konnten 55 Feuerwehranwärter aus dem DB 3 die Leistungsprüfung zur bayerischen Jugendleistungsspange ablegen. Weitere Wettbewerbe waren der bereits von KBI Pöllot angesprochene Jugendprojekttag in Burgthann sowie der Wissenstest, der im Oktober durchgeführt wurde. Einige der Jugendgruppen nahmen am Ausflug nach Frankfurt sowie am Jugendzeltlager in Oberwindsberg teil.
Um den Jugendlichen eine qualitativ hochwertige Ausbildung zu ermöglichen, wurde im DB 3 mit großem Aufwand das "Ausbildungskonzept 2000" erarbeitet. Es sieht eine 3-stufige Ausbildung vor, die die Anwärter auf den aktiven Feuerwehrdienst vorbereiten soll. Bestandteil des Konzeptes ist auch ein umfangreicher Ausbildungsordner, der die Jugendwarte bei dieser anspruchsvollen Aufgabe unterstützt. In diesem Zusammenhang dankte Lachmann Markus Endt, Michael Wolf und Sonja Schöneich von der FF Schwarzenbruck sowie Thomas Hecht von der FF Feucht, die bei der Erstellung dieses Ordners mitgewirkt haben.
Im Anschluß berichtete KBM Georg Buchner (links im Bild) über die Ausbildungsveranstaltungen im DB 3. So wurden 1999 ein Truppmannlehrgang (Leinburg) sowie 3 Truppführerlehrgänge (Altdorf, Burgthann und AG Feucht/Schwarzenbruck/Winkelhaid) mit insgesamt 63 Teilnehmern durchgeführt. Darüber hinaus wurden 2 Atemschutzlehrgänge angeboten, aus denen 22 neue Atemschutzgeräteträger hervorgingen. Die Prüfung zum Sprechfunker für BOS haben 41 Teilnehmer mit Erfolg abgeschlossen. Insgesamt ergab das für das Jahr 1999 7 Lehrgänge mit insgesamt 150 Teilnehmern. Buchner bat die anwesenden Kommandanten, ihren Bedarf für die Lehrgänge auf Dienstbezirksebene bis spätestens 15. Januar 2000 bei ihm anzumelden, um sie der Nachfrage entsprechend planen zu können.
Er wies darauf hin, daß Abnahmen nur in der Zeit zwischen 1. April und 31. Oktober stattfinden, da in den Wintermonaten die Unfallgefahr zu groß sei. Außerdem sollten die Kommandanten bereits in der Ausbildungsphase zur Leistungsprüfung einen Schiedsrichter mit einbeziehen, so daß nicht erst am Abnahmetag auf wesentliche Punkte hingewiesen werden müsse. Die sei auch wichtig, da im Jahr 2000 neue Abnahmebestimmungen für die Leistungsprüfung nach FwDV 4 in Kraft treten sollen, die allerdings noch nicht schriftlich vorliegen.
KBM Peter Kölbl informierte die Anwesenden über den Bereich Funk und Alarmierung. Neben den wöchentlichen Probealarmierungen für Meldeempfänger wurden auch 1999 wieder drei landkreisweite Sirenenproben durchgeführt. Zu wünschen übrig lasse manchmal die Funkdisziplin. Das Wörtchen "hört" z.B. bei "Florian X-Hausen hört" werde schon lange in keiner Funkausbildung mehr gelehrt und sollte deshalb auch nicht mehr verwendet werden, da es nicht mehr Bestandteil der PDV 810 sei. Eine Unsitte sei auch das Absetzten eines Funkspruchs ohne vorher zu kontrollieren, ob der Kanal wirklich frei sei. Dies wirke sich besonders gravierend bei einer Funkalarmierung aus. Kölbl appellierte an die Kommandanten, wieder verstärkt Funkausbildung zu betreiben und in deren Wehr auf diese Problematik hinzuweisen. Für den bevorstehenden Jahreswechsel wurde von KBI Schneider ein Funkskizze und eine Dienstanweisung erstellt, aus denen Kölbl wesentliche Punkte vortrug. So sei der Sprechfunkverkehr in dieser Nacht auf das Wesentliche zu begrenzen. Gute gemeinte Neujahrsgrüße wären hier Fehl am Platze, abgesehen davon, daß sie im Sprechfunk ohnehin nicht erlaubt sind. Diese Dienstanweisung werde von Landratsamt noch an jeden Kommandanten verschickt. Zum Schluß wies KBM Kölbl in seiner Eigenschaft als Fachberater EDV darauf hin, daß die neue BASIS-Version 4.00a fertig sei und diese jeder registrierte BASIS-Anwender im DB3 bereits bekommen haben müsste.
Schlerf wies nochmals auf die Voraussetzungen zum Besuch eines Lehrgangs für Atemschutzgeräteträger hin. Dies wären eine abgeschlossene Feuerwehr-Grundausbildung, Feststellung der Atemschutztauglichkeit nach G26 sowie ein Mindestalter von 18 Jahren. Für die Teilnahme an Zusatzausbildungen sei die Atemschutzgeräteträger-Ausbildung sowie eine dazwischenliegende Wartezeit von mindestens 6 Monaten eine Grundvoraussetzung. Zum Schluß seiner Ausführungen gab KBM Schlerf einen Ausblick auf das Jahr 2000. Im Frühjahr bietet die Feuerwehr Altdorf wieder eine Maschinistenausbildung an. Außerdem sei eine Zusatzausbildung für die Träger von CSA in Planung. Darüber hinaus werde in der Zeit von 14. Januar bis 11. Februar 2000 ein "Samstagsfreier Atemschutzlehrgang" durchgeführt, der Rücksicht auf Feuerwehrkameraden nimmt, die Samstags arbeiten müssen und deshalb an den bisherigen Standardlehrgängen nicht teilnehmen konnten. Dieser Lehrgang sei aber schon ausgebucht. Ansonsten sind die entsprechenden Lehrgangsanmeldungen an KBM Buchner zu richten.
Hauptthema seines Berichtes war jedoch der bevorstehende Jahreswechsel, der aufgrund seiner Besonderheit des zu Ende gehenden Jahrtausends mit besonderem Augenmerk zu betrachten sei. Die zu erwartenden Probleme könne man in 3 Bereiche gruppieren, so Pawelke. Dies sei zum einem, daß aus statistischer Sicht von einer erhöhten Anzahl an Brandeinsätzen ausgegangen werden muß. Begründen lässt sich dies mit dem erwarteten Absatz an Feuerwerkskörpern, der Schätzungen zufolge heuer ca. 5-8 mal höher liegt als in den Jahren zuvor. Zwar sei damit kein linearer Anstieg der Brandeinsätze verbunden, ein Zusammenhang bestehe jedoch ohne Zweifel. Nicht zugelassene Feuerwerkskörper, die illegal importiert und schon auf den deutschen Markt gesehen wurden sowie Leuchtraketen für Sportbootfahre und diverse andere pyrotechnische Artikel tragen aufgrund ihres unvorhersehbaren Abbrandverhaltens zu einer Erhöhung dieser Gefahr bei. Durch die größere Menge an Feuerwerkskörpen sei außerdem zu beachten, daß sich das "Zeitfenster", in dem die Gegenstände abgebrannt werden, nicht im üblichen Rahmen von 0.00 Uhr bis 0.30 Uhr bewegt, sondern weitaus größer sein werde. Eine weitere Problematik ist das Verhalten der Feiernden an diesem besonderen Ereignis. Im Gegensatz zu den vergangenen Silvestern, bei denen meist in Gaststätten oder anderen Lokalitäten gefeiert wurde, sind heuer möglichst spektakuläre Orte gefragt, den Jahrtausendwechsel zu begehen. Feiern auf Hochhausdächern, auf Gewässern, bei Massenveranstaltungen oder auch an einsam gelegenen Orten können im Unglücksfall aus Sicht der Hilfsorganisationen zum Problem werden. Zu erwähnen sei in diesem Zusammenhang noch, daß auch ein erhöhter Alkoholgenuß zu erwarten sei und Folgen und Reaktionen von Betroffenen dadurch schwerer einzuschätzen sind. Die dritte Problemgruppe, die Pawelke ansprach, sind die technischen Auswirkungen des Jahrtausendwechsels. Zwar haben die Hersteller ihre Produkte weitgehend auf die Jahr 2000 - Fähigkeit getestet, eine 100-prozentige Sicherheit gäbe es aber nicht. Dies treffe natürlich auch den Bereich der Feuerwehren. So sei das Befüllen vieler Hochbehälter zeitgesteuert, und die Gemeinden und Wasserwerke wurden daher gebeten, ihre Speicher am 31.12.1999 vollkommen zu befüllen, um die abhängige Löschwasserversorgung im Falle eines Ausfalls möglichst lange sicherstellen zu können. Ebenso wurden die Unternehmen durch das Landratsamt aufgefordert, ihre Brandmeldeanlagen auf die Y2K-Tauglichkeit überprüfen zu lassen. Nicht alle seien dieser Forderung nachgekommen, und beim Einlaufen eines Alarms wäre es ohnehin fatal, grundsätzlich von einem Fehlalarm aufgrund eines "Milleniumbugs" auszugehen. Auch die Stromversorger sehen keine größeren technischen Probleme aufgrund des Jahreswechsels auf sie zukommen. Da aber auch sie den Strom aus dem Europäischen Verbundnetz beziehen, können Ausfälle in anderen Ländern auch zu Problemen bei uns führen. Durchzuführende Schaltarbeiten im Hochspannungsnetz, die während des Silvestertages durchgeführt werden, seien darüber hinaus auch mit einem Risiko verbunden. Im Telekommunikationsbereich seien technische Ausfälle auch weitgehend ausgeschlossen. Hier kann es jedoch nach Mitternacht zu Überlastungserscheinungen kommen, da erfahrungsgemäß viele Neujahrsgrüsse telefonisch übermittelt werden. Zum Schluss seines Berichtes lag KBR Pawelke eine Sache ganz besonders am Herzen. Im Namen der Familie des im Einsatz verunglückten Püscheldorfer Kommandanten Lutz Deumer bedankte er sich sehr herzlich für die große Spendenbereitschaft unter den Feuerwehren, so daß die erwartete Spendeneinnahme bei weitem übertroffen wurde. Durch deren Engagement und Großzügigkeit sei es möglich gewesen, für die beiden Kinder des Verstorbenen ein Sparbuch mit einer beträchtlichen Summe anzulegen. Besonders bedankte er sich bei der Feuerwehr Burgthann, die dafür eigens eine Tombola organisiert hatten und den Erlös diesem Zweck zur Verfügung stellten. KBI Fritz Pöllot bedankte sich schließlich bei allen Anwesenden für's Erscheinen und wünschte ihnen frohe Festtage sowie ein glückliches neues Jahr 2000.
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