|
ALTDORF (DB3) - Vom 12.02. bis 17.02.2001 fand bei der Feuerwehr Altdorf erstmalig im Landkreis Nürnberger Land der Lehrgang "Träger von Chemikalienschutzanzügen (CSA)" statt, in dem insgesamt 10 Teilnehmer der Feuerwehren Altdorf und Feucht in 12 Ausbildungsstunden intensiv auf den Ernstfall vorbereitet wurden. Chemikalienschutzanzüge (CSA) kommen bei den Feuerwehren dann zum Einsatz, wenn gefährliche Stoffe, z.B. bei einem Gefahrgutunfall, freigesetzt werden, bei denen der herkömmliche Schutzanzug und schwerer Atemschutz nicht ausreichen. Die Feuerwehren des Landkreises werden aufgrund der großen Autobahnstrecken im Landkreis, von denen auch die Feuerwehren Altdorf und Feucht einen großen Teil betreuen, immer wieder mit solchen Situationen konfrontiert und bereiten sich ausrüstungs- und ausbildungsmäßig auf die unter Umständen brisanten Einsätze vor. So gibt
es eine Reihe von Gefahrstoffen, die die menschlichen Hautschichten verhältnismäßig
leicht durchdringen und so in den Organismus gelangen und dadurch schädigen
können. Zum Beispiel Methanol und Benzol werden über die Haut schneller
und in größeren Mengen aufgenommen als über den Weg der Einatmung.
Das Atemschutzgerät und der Feuerwehrhelm werden unter dem CSA getragen und sind so ebenfalls geschützt. Daneben hat die Innentrageweise den Vorteil, dass die Ausatemluft, bevor sie über die Ausatemventile ausströmt, den Anzug leicht durchspült und dem Träger etwas Erleichterung verschafft. Durch die Ausatemluft entsteht im Anzug ein leichter Überdruck, durch den das Eindringen von Gefahrstoff in den Anzug bei evtl. leichten Undichtigkeiten verhindert wird. Um sich an der Einsatzstelle mit den anderen Kräften verständigen zu können, trägt jeder CSA-Träger im Anzug ein Handfunksprechgerät mit sich. Dafür werden am Funkgerät Sprechgarnituren angeschlossen, mit dessen Hilfe Funksprüche und Rückmeldungen abgesetzt werden können.
Die Lehrgangsteilnehmer wurden im theoretischem Teil der Ausbildung in die verschiedenen Typen der CSA, Schutzwirkung und Funktion, zusätzliche Belastung der CSA-Träger, Einsatzgrundsätze und Verhalten in Notfällen geschult.
In fünf
praktischen Übungen mußten die Lehrgangsteilnehmer das erlernte Wissen
umsetzen. Dabei galt es u. a. verletzte Personen aus dem Gefahrenbereich
zu bringen, Kanaleinläufe abzudichten, einen LKW abzuplanen und abzuladen.
Da angenommen wurde, dass giftige Dämpfe ausgetreten sind, arbeiteten
die eingesetzen Kräfte unter ständiger Wasserberieselung.
Nach den Übungseinsätzen, die maximal 20 Minuten dauern dürfen (länger darf ein CSA-Träger nicht eingesetzt werden, da der Wärme- und Flüssigkeitshaushalt stark beeinträchtigt wird!) mussten die CSA-Träger erst gereinigt (dekontaminiert) werden, bevor sie wieder aus dem Anzug steigen können. Hierfür wird ein seperater Dekontaminationsplatz eingerichtet.
Während des Einsatzes unter CSA werden die Atemschutzgeräteträger durch eine hierzu eingeteilte Einsatzkraft registriert und die Einsatzdauer minutengenau überwacht. Dies ist besonders im Einsatz von Chemikalienschutzanzüge notwendig, weil der Atemschutzgeräteträger im CSA nur schwer die Einsatzzeit und den Vorratsdruck des Preßluftatmers prüfen kann. Am Lehrgangsende freuten sich Kreisbrandmeister Peter Schlerf und Lehrgangsleiter Walter Schulz die Zeugnisse an folgende Teilnehmer aushändigen zu können:
Walter Schulz bedankte sich bei den Kameraden der Feuerwehr Altdorf für ihre tatkräftige Unterstützung bei der Ausbildung und bei allen anfallenden Arbeiten während der Ausbildung. Ohne diese loyale Unterstützung wäre der Lehrgang am Standort Altdorf nicht durchzuführen gewesen. Bericht:
Walter Schulz
Fotos: FF Altdorf |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Copyright © 2001 by Kreisfeuerwehrverband Nürnberger Land Created by Michael Brunner, Bernd Haslinger, Florian Krüger |