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Pilotlehrgang "CSA" bei der Feuerwehr Altdorf 21.02.2001

ALTDORF (DB3) - Vom 12.02. bis 17.02.2001 fand bei der Feuerwehr Altdorf erstmalig im Landkreis Nürnberger Land der Lehrgang "Träger von Chemikalienschutzanzügen (CSA)" statt, in dem insgesamt 10 Teilnehmer der Feuerwehren Altdorf und Feucht in 12 Ausbildungsstunden intensiv auf den Ernstfall vorbereitet wurden.

Chemikalienschutzanzüge (CSA) kommen bei den Feuerwehren dann zum Einsatz, wenn gefährliche Stoffe, z.B. bei einem Gefahrgutunfall, freigesetzt werden, bei denen der herkömmliche Schutzanzug und schwerer Atemschutz nicht ausreichen. Die Feuerwehren des Landkreises werden aufgrund der großen Autobahnstrecken im Landkreis, von denen auch die Feuerwehren Altdorf und Feucht einen großen Teil betreuen, immer wieder mit solchen Situationen konfrontiert und bereiten sich ausrüstungs- und ausbildungsmäßig auf die unter Umständen brisanten Einsätze vor.

So gibt es eine Reihe von Gefahrstoffen, die die menschlichen Hautschichten verhältnismäßig leicht durchdringen und so in den Organismus gelangen und dadurch schädigen können. Zum Beispiel Methanol und Benzol werden über die Haut schneller und in größeren Mengen aufgenommen als über den Weg der Einatmung.
In solchen Fällen benötigt man Chemikalienschutzanzüge, die auch als Vollschutzanzüge bezeichnet werden. Der CSA umhüllt den Träger wie eine zweite Haut und verhindert so die Kontamination und Inkorporierung.

 
Der Anzug umhüllt den gesamten Träger inkl. Helm und Atemschutzgerät

Das Atemschutzgerät und der Feuerwehrhelm werden unter dem CSA getragen und sind so ebenfalls geschützt. Daneben hat die Innentrageweise den Vorteil, dass die Ausatemluft, bevor sie über die Ausatemventile ausströmt, den Anzug leicht durchspült und dem Träger etwas Erleichterung verschafft. Durch die Ausatemluft entsteht im Anzug ein leichter Überdruck, durch den das Eindringen von Gefahrstoff in den Anzug bei evtl. leichten Undichtigkeiten verhindert wird.

Um sich an der Einsatzstelle mit den anderen Kräften verständigen zu können, trägt jeder CSA-Träger im Anzug ein Handfunksprechgerät mit sich. Dafür werden am Funkgerät Sprechgarnituren angeschlossen, mit dessen Hilfe Funksprüche und Rückmeldungen abgesetzt werden können.

 
Die Teilnehmer während des theoretischen Teils des Lehrgangs

Die Lehrgangsteilnehmer wurden im theoretischem Teil der Ausbildung in die verschiedenen Typen der CSA, Schutzwirkung und Funktion, zusätzliche Belastung der CSA-Träger, Einsatzgrundsätze und Verhalten in Notfällen geschult.

Die CSA-Träger arbeiten unter Wasserberieselung um austretende Giftdämpfe niederzuschlagen

In fünf praktischen Übungen mußten die Lehrgangsteilnehmer das erlernte Wissen umsetzen. Dabei galt es u. a. verletzte Personen aus dem Gefahrenbereich zu bringen, Kanaleinläufe abzudichten, einen LKW abzuplanen und abzuladen. Da angenommen wurde, dass giftige Dämpfe ausgetreten sind, arbeiteten die eingesetzen Kräfte unter ständiger Wasserberieselung.
In einer anderen Situation mussten 200 kg schwere Fässer in spezielle Überfässer gewuchtet werden und auch flüssiger Gefahrstoff musste in größerer Menge umgepumpt werden. Um die materialintensiven Übungen für 10 Lehrgangsteilnehmer durchführen zu können, waren bis zu 20 zusätzliche Helfer der Feuerwehr Altdorf im Einsatz.

 
Fässer mit Gefahrgut werden in spezielle Fässer gewuchtet oder umgepumpt

Nach den Übungseinsätzen, die maximal 20 Minuten dauern dürfen (länger darf ein CSA-Träger nicht eingesetzt werden, da der Wärme- und Flüssigkeitshaushalt stark beeinträchtigt wird!) mussten die CSA-Träger erst gereinigt (dekontaminiert) werden, bevor sie wieder aus dem Anzug steigen können. Hierfür wird ein seperater Dekontaminationsplatz eingerichtet.

 
Dekontaminieren der eingesetzten CSA-Träger

Während des Einsatzes unter CSA werden die Atemschutzgeräteträger durch eine hierzu eingeteilte Einsatzkraft registriert und die Einsatzdauer minutengenau überwacht. Dies ist besonders im Einsatz von Chemikalienschutzanzüge notwendig, weil der Atemschutzgeräteträger im CSA nur schwer die Einsatzzeit und den Vorratsdruck des Preßluftatmers prüfen kann.

Am Lehrgangsende freuten sich Kreisbrandmeister Peter Schlerf und Lehrgangsleiter Walter Schulz die Zeugnisse an folgende Teilnehmer aushändigen zu können:

Feuerwehr Altdorf: Bogner Peter, Buchner Thomas, Topp Sven und Rupprecht Axel
   
Feuerwehr Feucht: Folgmann Andreas, Stelzer Michael, Steindl Björn, Höpfner Rudolf, Lorenz Andreas, Lankes Christian

Walter Schulz bedankte sich bei den Kameraden der Feuerwehr Altdorf für ihre tatkräftige Unterstützung bei der Ausbildung und bei allen anfallenden Arbeiten während der Ausbildung. Ohne diese loyale Unterstützung wäre der Lehrgang am Standort Altdorf nicht durchzuführen gewesen.

Bericht: Walter Schulz
Fotos:
FF Altdorf

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