Kreisfeuerwehrverband Nürnberger Land
125 Jahre Feuerwehr Schwarzenbruck
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Und da war noch ...  

Kleine, unvergessene Geschichten, die das
Feuerwehrleben in Schwarzenbruck so schrieb

Und da war noch ......

..... der Kommandant einer Nachbarwehr, der über die Polizei zu einem Übungsalarm auslösen lies, ohne zu ahnen, dass die Schwarzenbrucker Wehr mit im Alarmplan ist. So kamen die Schwarzenbrucker Feuerwehrler zu einer richtig alarmmäßigen Übung und beglückten die Nachbarwehr mit ihrer Anwesenheit.

....... die Schneemänner, oder zumindest sahen die Kameraden so aus, als sie aus der Abstellgarage kamen. Im nachhinein stellte sich heraus, das bei Aufräumarbeiten in der Garage ein Pulverlöscher hochgegangen war und die beiden weiß "einpuderte".

......der Feuerwehrkamerad, der sich den Hosenboden in der Sitzbank des TLF 16 einzwickte, als diese brach, nachdem der Fahrer die Gsteinacher Hubbel mit zuviel Schwung nahm.

.....die Tragkraftspritze TS 8 in der Funktion als Nebelgenerator. Diese ließ einige Zuschauer einer Übung glauben, es handele sich um einen echten Brand, während sich der Maschinist bei den Übungen hinter den Rauchschwaden verstecken konnte. Später munkelte man, dass die Ursache für den qualmenden Betrieb der Pumpe in der Verwendung eines nicht ganz richtigen Kraftstoffgemisches lag.

.... der Kamerad, der beim Funken unseren Gerätewagen als "Geraffelwagen" deklarierte, während sich die zuhörende Mannschaft vor Lachen kugelte.

... der Gruppenführer des nachrückenden LF 8, der angesichts der Frage des Einsatzleiters, wie viel Atemschutzgeräteträger man dabei habe, gewaltig staunte. Fuhr man nicht zu einem Containerbrand. Was in der Alarmierung nicht erwähnt wurde, war die Tatsache, dass der Container in einem Gebäude stand und erst später mit Hilfe des TLF 16 ins freie gezogen werden konnte.

.....der reaktionsschnelle Bauarbeiter, der Schaufel und Spaten fallen ließ um Absperrbarken zu entfernen. Es war während der Umbauphase der Ortsdurchfahrt Ochenbruck, als das TLF 16 bei einer Einsatzfahrt im Stau stecken blieb und der Bauarbeiter im Eiltempo dem Tanklöschfahrzeug einen, wenn auch etwas holprigen Weg, durch die Baustelle bahnte.

....der verzweifelte Abschleppunternehmer, der nach einem gescheiterten Abschleppversuch die Feuerwehr zu Hilfe rief. Aber auch die Kameraden von der Wehr mussten alle Tricks und Kräfte aufbringen, um die nach einem harmlosen Auffahrunfall verkeilten PKW´s zu trennen. Als Ursache des Übels wurde später die Anhängerkupplung des Vordermannes ausgemacht, die sich beim Hintermann "nur" in dem vorderen Querträger eingehängt hatte.

... die Kameraden, die sich bei einer Bewegungsfahrt wunderten, warum alle Autofahrer ihnen so brav platz machten und Vorfahrt gewährten. Erst bei der Rückkehr im Gerätehaus nahmen sie die seltsam blau zuckenden Blitze wahr, die das Blaulicht während der gesamten Fahrt verteilte.

.... der Kollege von der Polizei, der schon fast der Verzweiflung nahe den anfunkenden Feuerwehren mitteilte, es handle sich um einen Fehlalarm. Hatte er doch unbeabsichtigt an einem Freitagmorgen die Probealarmierung für den gesamten Landkreis ausgelöst.

......die Verwechslung zweier Fahrzeuge. Bei einer gemeinsamen Übung verwechselte ein Feuchter Kamerad das Schwarzenbrucker LF 16 mit dem Feuchter Ebenbild. Im Führerhaus verzweifelt suchend ließ es sich nicht einmal von unserem Kommandanten bremsen. Erst nach mehrmaligem guten Zureden konnte er davon überzeugt werden das dass gesuchte in diesem Fahrzeug nicht zu finden sei.

.... Wildwest am Gerätehaus. Ein Verkehrsteilnehmer fühlte sich von zwei mit ihrem PKW eilenden Kameraden derart "angetan" dass er diesen folgte um Sie zu ihrem "Verkehrsrauditum" zu tadeln. Das er hierbei selbst den Feuerwehrlern folgend mit 80 durch Ochenbruck und über eine rote Ampel fuhr störte ihn jedoch nicht. Den Höhepunkt jedoch bildete die Fortsetzung des Geschehens. Während die Kameraden noch einen Parkplatz fanden und ins Gerätehaus stürmten, parkte unser selbsternannter Polizist direkt vor dem ausfahrtbereiten Feuerwehrauto. Als Ihm dann unser Kommandant erklärte, dass dies ein Feuerwehreinsatz sei und die Wehr ausrücken müsse, erklärte unser "Hilfsmarschall", dass das kein echtes Feuerwehrfahrzeug sei und ihn die "Maskerade" wenig beeindrucke und forderte vehement, dass die Verkehrsraudies zur Rede gestellt werden. Selbst die mittlerweile angeforderten und eingetroffenen Helfer in grün konnten unseren Freund nicht beruhigen und die Aktion endete schließlich in einer handgreiflichen Auseinandersetzung zwischen den Ordnungshütern und dem " Hilfsmarschall". Letzterer verlor schließlich und durfte anschließend mit staatlichen Armreifen im Streifenwagen die Fahrt nach Feucht antreten.

..... der geplatzter Schlauch beim "Hydrantentest". Einige Kameraden hatte die Neugier gepackt, wie hoch der Wasserdruck an den Hydranten wohl ist. Also ging es mit dem LF 16 los und an den auserwählten Hydranten wurde getestet. Dazu wurde ein B-Schlauch vom Hydranten an der Pumpe angeschlossen und am Eingangsdruckmanometer der Druck abgelesen. An einem tiefer gelegenen Hydranten im Ochenbruck hatte man gerade den Gemeinderekord verzeichnet, als sich schlagartig der Schlauch von der Kupplung löste. Nun musste unter einer kalten Dusche der Wasserfluss aus dem Hydranten gestoppt werden, was schließlich auch gelang. Keine trockene Faser mehr am Leib brachen unsere Kameraden den Test ab.

..... der Scherbenhaufen. Bei einem Gerätedienst wurden gerade die Leitern von den Fahrzeugen genommen, da erscheint ein Mann mit einem Leiterwagen, auf dem sich eine größere Glasscheibe, von einem Windfang oder so etwas ähnlichem, befand. Er bemühte sich, die Scheibe in den Altglascontainer zu werfen und da wir eine hilfsbereite Truppe sind, wurde ihm dabei geholfen. Mit Schwung flog die Scheibe in den Container und erzeugte beim Aufschlag am Boden das allen bekannte Klirren beim Bersten von Glas. In diesem Moment rief jemand "Rudi, allmächt, dein Auto!".

Ich glaube, so hastig, so kreidebleich und so aufgebracht hat noch niemand unseren Gruppenführer Rudi gesehen. Er schoss mit Schaufel und Besen bewaffnet aus der Halle heraus, um nach seinem Heiligtum zu sehen. Nicht minder erstaunt und zu Tode erschrocken starrte der Leiterwagenmann auf Rudi und uns, wohl in der Annahme, sein letztes Stündlein habe geschlagen.

Nachdem Rudi sein intaktes Fahrzeug gesehen hatte, dämmerte ihm was gespielt wurde: die Blässe wich einer Zornesröte... .

...... die verlorene Pumpe. Bei einer Sonntagsübung am Festplatz kam die Turbo-Lenz-Pumpe an der Schwarzach zum Einsatz. Natürlich war der Gruppenführer davon überzeugt, dass neben den Anschlüssen der Druckschläuche eine Sicherungsleine an der Pumpe angebracht war.

Allerdings nahmen einige Kameraden in einem unbeobachtet Augenblick die Pumpe wieder aus der Schwarzach heraus, kuppelten sie ab, nahmen die Leine zurück und versteckten die Turbo-Lenz-Pumpe unter dem Fahrzeug.

Als der Befehl Pumpe zum Abbauen kam, zog die Mannschaft, mit möglichst ernster Miene, die Schläuche heraus und rief dann "Rudi, die Pumpe ist weg!" Nun, das Mienenspiel des besagten Gruppenführers verriet alles: vom Erstaunen über das Entsetzen bis zur Wut war alles vorhanden.

"Habt ihr die Pumpe net g´sichert, ich hab´ euch´s doch gsagt, ihr Kreuzdonnerwetter. Etz könnt ihr schauen, wie ihr´s wieder raus bringt. Meinzwegen hupft ihr nei!" brüllte er.

Da gab es für die Kameraden kein halten mehr und sie kugelten sich vor lachen.

..... die vergebliche Suche nach den Kameraden. Es gibt für einen Jungfeuerwehrmann nichts schlimmeres als wenn seine Kameraden ausrücken und man ist nicht dabei. An einem Sonntagmorgen hörte eben jener Kamerad gerade noch am Piepser, wie seine Kameraden ausrückten. Also nichts wie rauf auf das Moped und zum Gerätehaus gedüst. Am Gerätehaus angekommen musste er feststellen, dass alle Kameraden weg waren. Aber hörte er nicht gerade Martinshörner in Ochenbruck. Also auf nach Ochenbruck und an der "OBI - Kreuzung" sah er gerade noch den Rettungswagen in Richtung Neumarkt fahren. Der Versuch ihm zu folgen schlug fehlt und in der Ortsmitte von Ochenbruck drehte er verzweifelt um. Auf der Rückfahrt nach Schwarzenbruck kam ihm auch noch der Notarzt entgegen. Aber auch die erneute Verfolgung misslang. Am moralischen Tiefpunkt angekommen musste er dann auch noch mit ansehen, wie der Rettungshubschrauber über Ochenbruck einschwebte und in der Tiefe verschwand. Da war ein Großeinsatz von Rettungskräften und er war nicht dabei. Entsprechend niedergeschlagen wartete er am Gerätehaus auf die Rückkehr seiner Kameraden, die Ihm den Einsatz in den "schönsten Farben" schilderten. Als er dann noch erfuhr, dass er nur ein paar Meter weiter Richtung Neumarkt hätte fahren müssen war es mit der "guten Laune" endgültig vorbei.

Quelle: Festschrift FF Schwarzenbruck

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