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ALTDORF (DB3) - Am 12. Dezember 2001 fand im Gerätehaus Altdorf die diesjährige Dienstversammlung der Kommandanten des Dienstbezirks 3 statt. Der für den Dienstbezirk zuständige Kreisbrandinspektor Fritz Pöllot, Kreisbrandrat Bernd Pawelke sowie die Fachbereiche Ausbildung, Jugend, Funk und Leistungsprüfung gaben einen Rückblick auf das ausklingende Jahr 2001 und informierten über Termine und Wissenswertes für das kommende Jahr 2002. Darüber hinaus wurde Diakon Michael Groß von der Feuerwehr Ezelsdorf als neuer Fachberater Feuerwehrseelsorge der Versammlung vorgestellt.
Im weiteren Verlauf berichtete Pöllot von dem im Frühjahr durchgeführten Sicherheitstraining für die Maschinisten von Löschfahrzeugen, das auch im kommenden Frühjahr angeboten wird, sowie über die große Fahrzeugschau des Dienstbezirks 3 im September in Diepersdorf, an der neben zahlreichen Feuerwehren des Landkreises auch Feuerwehren von Nachbarstädten und -landkreisen teilnahmen. Als besondere Freude drückte Pöllot die gute Jugendarbeit aus, die im Dienstbezirk 3 geleistet wird. Insbesonders durch die unermüdliche Initiative des Jugendbeauftragten KBM Volkmar Lachmann wird inzwischen in fast allen Feuerwehren des Dienstbezirks 3 verstärkte Jugendarbeit geleistet, und auch die Jugendveranstaltungen wie Wissenstest und der Jugendprojekttag stoßen auf großen Zuspruch. Hierfür dankte Pöllot den Jugendbeauftragten in besonderen Maße.
Die Jugendveranstaltungen im Dienstbezirks 3 waren wie auch die Jahre zuvor sehr gut besucht. Bei der Abnahme der Bayerischen Jugendleistungsspange, die am 16. Juni 2001 von der Feuerwehr Schwarzenbruck im Rahmen ihrer 125-Jahr-Feier ausgerichtet wurden, nahmen 12 Jugendgruppen mit 65 Jugendlichen aus den gesamten Landkreis teil. Auch beim Wissenstest, der am 18., 19. und 20. September 2001 in Leinburg, Altdorf und Schwarzenbruck stattfand, zeigten die 147 Feuerwehranwärtern ebenfalls sehr gute Ergebnisse. Am 10.11.2001 fand in Leinburg der inzwischen 11. Jugendprojekttag des Dienstbezirks 3 statt. Unter dem Motto "Spiel ohne Grenzen" beteiligten sich insgesamt 100 Jugendliche an dieser Veranstaltung, an der Lachmann neben KBI Pöllot auch Leinburgs Bürgermeister Alfred Allgeyer begrüßen konnte. Der Wanderpokal, der alle zwei Jahre zur Ausspielung kommt, ging in diesem Jahr an die Jugendgruppe aus Ludersheim. Zum Schluss seiner Ausführungen bedankte sich der Jugendbeauftragte Lachmann bei allen Jugendwarten, Kommandanten und Führungskräften für die hervorragende Zusammenarbeit. Der für den Dienstbezirk 3 zuständige Oberschiedsrichter KBM Thomas Pöllot berichtete anschließend über die Leistungsprüfungssaison 2001. Die Leistungsprüfung nach FwDV4 "Die Gruppe im Löscheinsatz" legten insgesamt 177 Teilnehmer in 26 Gruppen ab. An der Leistungsprüfung "Die Gruppe in der Technischen Hilfeleistung" nahmen insgesamt 76 Kameraden in 13 Gruppen teil. Im Einzelnen wurden vergeben:
Die Zahlen zeigen, so Pöllot, dass auch im 2. Jahr nach Inkrafttreten der neuen Richtlinien die Leistungsprüfung nach FwDV4 gut angenommen werde. Er forderte die Feuerwehren, die schon seit längerem keine Leistungsprüfung mehr durchgeführt haben, dazu auf, sich wieder durchzuringen, die Leistungsprüfung in deren Ausbildungsprogramm mit aufzunehmen, da sich in der Leistungsprüfung auch der Ausbildungsstand der Wehr wiederspiegele. Er bedankte sich schließlich bei den Kommandanten für die gute Zusammenarbeit.
Für den Fachbereich Ausbildung konnte KBM Georg Buchner von acht Ausbildungslehrgängen berichten, die im Jahr 2001 im Dienstbezirk 3 durchgeführt wurden. Hierbei wurden insgesamt 141 Feuerwehrdienstleistende aus 28 Wehren ausgebildet. Dies waren im einzelnen:
KBM Buchner bemängelte, dass es immer wieder vorkomme, dass angemeldete Teilnehmer nicht zum Lehrgang erscheinen. Er forderte deshalb die Kommandanten auf, verhinderte Kameraden rechtzeitig zu entschuldigen, damit diese Lehrgangsplätze durch andere Interessenten besetzt werden können. Zum Schluß gab KBM Buchner noch eine Ausbildungsvorschau für das Jahr 2002.
Über das Funkwesen berichtete Bernd Haslinger, Stellvertreter des Kreisfernmeldemeisters KBI Erwin Schneider, dass infolge der Änderung im Genehmigungsverfahren für Sprechfunkgeräte der BOS muss nun jährlich eine Übersicht in Form einer Sammelmeldung über die im Landkreis bei Feuerwehren im Einsatz befindlichen 4m- und 2m-Sprechfunkgeräte an die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) gegeben werden. Dies wurde bereits in vorangegangenen Kommandantenversammlungen so angekündigt. Zur einmaligen Erfassung der Bestände bei den Feuerwehren wurden hierfür vom Landratsamt Erfassungslisten vorbereitet, die über die federführenden Kommandanten an die Kommandanten verteilt wurden. Haslinger bat die Kommandanten, diese Listen ordnungsgemäß auszufüllen und bis 10. Januar 2002 über die federführenden Kommandanten an das Landratsamt zurück zu senden. Haslinger berichtete weiter, dass bereits im nächsten Jahr wieder eine Prüfung zum Sprechfunker angeboten werde. Als Termin wurde der 16. November 2002 festgelegt. Grund hierfür ist, dass der Landkreis Nürnberger Land als einer von drei Pilotlandkreisen ausgewählt wurde, in dem der neue Ausbilderleitfaden Sprechfunk der Feuerwehrschule Würzburg erprobt werden solle. Die Ausbildertreffen für die drei Dienstbezirken beginnen ab 16. September 2002, die Termine hierfür werden noch bekannt gegeben. Bernd Haslinger bedankte sich bei den Funkausbildern der einzelnen Gemeinden für die Bereitschaft, die Ausbildung hier durchzuführen, sowie bei allen Kommandanten für die Zusammenarbeit. Darüber hinaus bedankte sich Haslinger im Namen des KFV-Online-Team's bei all denjenigen, die in diesem Jahr durch ihre Berichte von Einsätzen und anderen Feuerwehrveranstaltungen die Homepage des Kreisfeuerwehrverbandes bereichert und auch das Team durch diese Zuarbeit enorm unterstützt haben.
In Rückblick auf die Problematiken mit BSE, MKS und Milzbrand, verbunden mit den Auswirkungen der Terroranschläge vom 11. September auf die USA, sprach KBR Pawelke die Defizite im Katastrophenschutz an, die aufgrund der Kürzung der Finanzmittel von seiten des Bundes entstanden sind. So stehe zur Zeit keinerlei Warnsystem zur Verfügung, mit dem die Bevölkerung sicher vor Katastrophen gewarnt werden könne. Ebenso wurden vom Bund zahlreiche Hilfskrankenhäuser aufgelöst und es werden keine Sanitätsmittel mehr bevorratet. Für Brandverletzte stehen deutschlandweit nur 60 Betten zur Verfügung. Dies sind nur wenige Beispiele, bei denen sich der Bund in den letzten Jahren aus der Verantwortung gezogen und diese auf die Schultern der Kommunen und damit der Feuerwehren verlagert hat. Zum Thema Alarmierung berichtete Pawelke, dass ab dem Jahr 2004 die Alarmierung der Feuerwehren über eine Integrierte Leitstellen (ILSt) erfolgt. Bayernweit wird es 28 solcher integrierten Leitstellen geben. Vorteil ist, dass die Notrufe für Rettungsdienst und Feuerwehr zukünftig bei einer Stelle auflaufen und die Einsätze von dort betreut werden. Für unseren Landkreis bedeute dies, dass es eine gemeinsame Leitstelle für die Städte Nürnberg, Fürth und Erlangen und die drei Landkreise Erlangen-Höchstadt, Fürth Land und Nürnberger Land geben wird. Die Realisierung gestalte sich jedoch aufgrund der zu betreuenden Einwohnerzahl von rund 1,2 Millionen und darüber hinaus durch die flächige Struktur dieser sechs Gebietskörperschaften besonders schwierig. Das Digitale Funksystem, so Pawelke, soll Planungen zufolge bis zur Fußball-Weltmeisterschaft im Jahr 2006 aufgebaut werden. Der Bedarf für ein neues Funksystem sei vor allem bei der Polizei vorhanden, die Leistungsmerkmale wie z.B. die Sprachverschlüsselung oder Geschlossene Benutzergruppen benötige. Dem gegenüber stehe, dass der Bedarf an Endgeräten mit nur 1/4 bei der Polizei und zu rund 3/4 bei Feuerwehr und Rettungsdienst liege. Somit seien die Feuerwehren ein wesentlicher Faktor bei der finanziellen Kalkulation, da ein niedriger Preis für Endgeräte in erster Linie durch hohe Stückzahlen erzielt werden kann. Im Anschluss an den Bericht des Kreisbrandrates nahm Feuerwehrseelsorger Herbert Dachs von der Feuerwehr Schwarzenbruck die Gelegenheit wahr, einen weiteren Kameraden vorzustellen, der für den Dienstbezirk 3 als Fachberater für Feuerwehrseelsorge tätig wird. Es ist Diakon Michael Groß, selbst aktives Mitglied bei der Feuerwehr Ezelsdorf, der ab sofort Herbert Dachs bei seiner Aufgabe unterstützen wird. Somit wird die Belastung auf mehreren Schultern verteilt und es ist zudem eine bessere Erreichbarkeit sichergestellt.
Schließlich stand noch der Punkt "Wünsche und Anträge" auf der Tagesordnung. Als erstes wurde hier die Frage nach der Kennzeichnung von Führungskräften an der Einsatzstelle gestellt. Hierzu antwortete KBR Pawelke, dass hierzu vom DFV eine Empfehlung gegeben wurde und auf Länderebene derzeit umgesetzt werde. Für Bayern sei hierfür eine neue Dienstkleidungsverordnung in Arbeit, die im nächsten halben Jahr zu erwarten sei und bis dahin mit den Beschaffungen noch abgewartet werden solle. Eine weitere Frage wurde zur Abgas-Sonderuntersuchung für Feuerwehrfahrzeuge gestellt, ob es hierfür schon eine endgültige Regelung gäbe. Pawelke verneinte dies und erläuterte, dass das Wirtschaftsministerium aufgefordert sei, hierfür eine pauschale Regelung zu finden. Zur Frage, ob es beim Erwerb der Führerscheine für Feuerwehrfahrzeuge über 3.5 bzw. über 7,5 Tonnen Neues gäbe, antwortete der Kreisbrandrat, dass es in Deutschland keinen speziellen Feuerwehrführerschein geben werde. Gerade beim Führen von Feuerwehrfahrzeugen in Einsatzsituationen sei es wichtig, gut ausgebildete Fahrer zu haben, was mit einem Führerschein "light" nicht sichergestellt wäre. Er merkte jedoch an, dass sich die Kosten für diese Führerscheine entgegen den Erwartungen auf einen normalen Niveau eingependelt haben und Fahrschulen hier teilweise zu Sonderkonditionen bereit seien. Diskussionsbedarf war auch zum Thema Lehrgänge vorhanden. Ein Kommandant stellte die Frage, ob es nicht möglich sei, von seiten der Regierung eine Bestätigung zu erhalten, wenn die Anmeldung für einen Lehrgang an der Feuerwehrschule erfolgt ist. Grund seien Fälle aus der Vergangenheit, wo Kameraden nicht wussten, ob sie denn nun angemeldet seien und somit auch dem Arbeitgeber gegenüber keine sichere Aussage treffen konnten. Kreisbrandrat Pawelke erklärte nochmals das seit Jahren übliche Verfahren und versicherte, dass mit der Anmeldung für einen dem Dienstbezirk zugeteilten Lehrgang durch den Kommandanten dieser Platz auch dem Lehrgangsteilnehmer zusteht. Somit könne die Lehrgangsanmeldung als Bestätigung für den Arbeitgeber verwendet werden. Eine erneute Bestätigung durch die Regierung sei nicht praktikabel. Da keine weiteren Fragen anstanden, schloss Kreisbrandinspektor Fritz Pöllot die Kommandantenversammlung und wünschte allen Anwesenden ein frohes Weihnachtsfest und ein gesundes Neues Jahr 2002. Bericht
und Fotos: KFV Online
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Created by Michael Brunner, Bernd Haslinger, Florian Krüger |